Dienstag, 20. Mai 2014
Wenn ihr mal was mit Eichenholz macht, also mit quasi noch halben Stämmen oder so, dann zieht euch Handschuhe an.
Nicht wegen der Spreißel.
Auch nicht wegen Dreck.
Und auch nicht wegen der Gefahr, sich die Pfoten irgendwo einzuklemmen.
Sondern wegen dem Sauhund von Eichenprozessionsspinnerraupe. Der Sausack hinterlässt nämlich seine Härchen, und die behalten ihre toxische Wirkung über Jahre hinweg.
In meinem konkreten Fall kann ich leider nicht so recht sagen, wo genau das Zeugs her kam; obs von den Weidezaunpfählen vom regionalen Holzdealer oder vom Fertig-Staketenzaun kam.
Meinen Recherchen nach kann man kontaminiertes Holz durch “kräftigen Wasserstrahl” zumindest weitestgehend von dem Zeugs befreien. Und den Rest sollten dann die eingangs schon erwähnten Handschuhe erledigen. Sonst sehen eure Finger unter Umständen aus wie meine - wie frisch in die Brennnesseln gefallen, nur nicht in Juck sondern in Schmerzhaft.
Mahlzeit!
Montag, 5. Mai 2014
Bei meinem Farbmischbeitrag von neulich ist mir noch aufgefallen, dass das so ganz ohne Bilder relativ blöd zum Vorstellen ist.
Deshalb habe ich mich mit dem wunderbaren Inkscape hingesetzt und die Thematik mal etwas illustriert.
(Falls das jemand nachmachen will: Ebenen benutzen! Und den Ebenen-Mischmodus auf “Verdunkeln” für die subtraktive Farbmischung beziehungsweise auf “Screen” für die additive Farbmischung setzen )
Nehmen wir also mal an, wir möchten gerne subtraktiv mischen und hätten dafür Wasserfarben. Richtig schöne reine. Und zwar nicht in Rot, Grün und Blau, aber in Cyan, Magenta und Gelb. Dann geht das hier:
Wie man schön sieht, ist da unser “normales” Rot, Grün und Blau jeweils schon selbst eine Mischfarbe - und genau so funktioniert jeglicher Drucker.
Mit Licht statt Wasserfarben und Rot, Grün und Blau hingegen mischen wir so:
Da sind dann auf einmal die Grundfarben von der subtraktiven Farbmischung die Mischfarben …
Alles klar?!
Montag, 28. April 2014
Weil ich hier quasi unablässig mit Fragen zu der ominösen Spiderweb-App zugeschüttet werde, trete ich das einfach mal ein wenig aus (Achtung, schlechter Wortwitz).
Ich bitte gleich vorab, die nicht optimale Fotoqualität zu entschuldigen; es war noch recht früh …
Wenn man das Handy einfach so in die Hand nimmt und entsperrt, dann muss man schon sehr genau wissen, nach was man suchen muss:
Speziell bei hellen Hintergründen und wenn man von unten draufschaut, wird das dann aber auffällig:
Oder hier, aus einem anderen Blickwinkel:
Die Risse gehen auch noch schön in jede Ecke, aber Mitte Links auf 10 Uhr ist das Epizentrum.
Dumm an dieser Stelle: das ist ein Galaxy Nexus.
Da gibt’s den Digitizer zwar für unter 40€, aber selbst Profi-Telefonreparateure sagen, dass man das überhaupt nur dann versuchen soll, wenn man wirklich gut mit der Heißluftpistole ist (bin ich nicht, Anm. d. Red.). Lieber soll man sich das Display-Digitizer-Assembly holen, und dann sind wir schon wieder bei deutlich über 100€.
Und für 199€ gibt’s ein neues (und durchaus gleichwertiges) Motorola Moto G…
Jetzt wird erstmal so weiter gesmartphoned!
Donnerstag, 17. April 2014
Hier habe ich mal was, was meine geneigte Leserschaft vermutlich nicht ausprobieren Schrägstrich nachmachen möchte:
Es ist nämlich ganz schön fies, wenn man beim Fangsack ausleeren (ohne Handschuhe, natürlich!) vergisst, dass man auch Brennnesseln gemäht hat. Die beste Wirkung entfaltet sich, wenn das Gras leicht feucht war und deshalb so ein wenig händische Nachhilfe braucht.
Mittwoch, 16. April 2014
In der Arbeit habe ich unter anderem mit Farbmischung zu tun.
Farbmischung, kein Problem? Oooooh doch!
Weil da gibt’s nämlich zwei davon. Eine additive und eine subtraktive.
Aber fangen wir mal vorne an.
Mit den Grundfarben nämlich. In der Schule haben wir (hoffentlich?) gelernt, dass die Grundfarben so genannte reine Farben sind. Und dass man sich die nicht zusammenmischen kann. Klar, wenn man an den Wasserfarbkasten denkt und sich überlegt, aus welchen zwei Farben man sich ein Gelb mischen soll… Geht net. Das braucht man pur!
Im Wasserfarbkasten, so hat man uns damals erzählt, sind die Grundfarben das Gelb, das Rot und das Blau. Weil Grün kann man sich aus Gelb und Blau mischen und Lila aus Rot und Blau und so weiter. (Anm. d. Red.: Solche aus genau zwei Grund- beziehungsweise Primärfarben gemischten Farben nennt man auch Sekundärfarben).
Und wenn man alle Farben vom Wasserfarbkasten zusammenmischt, bekommt man ein dunkles Kackbraun. Ganz schwarz wird’s nie, weil zum Einen die Farben im Kasten nicht ganz rein sind und zum Anderen Gelb, Rot und Blau nicht ganz die richtigen Grundfarben sind.
Weil Itten’s Farbkreis hin oder her, Wasserfarben werden subtraktiv gemischt. Und da sind die richtigen Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb (als Hilfsfarbe auch noch Schwarz). Klingelt’s? Druckvorstufe? CMYK?
Ganz anders wird das alles, wenn wir additiv mischen. Das ist beim Licht so. Hier sind die Grundfarben Rot, Grün und Blau. Mischt man Rot und Grün, dann gibt das … geeenau, ihr wolltet es grade sagen, Gelb!
Und wenn man alle zusammenbringt, gibt das … genau, Weiß.
So und nicht anders funktioniert unser Handydisplay und unser Fernseher. Wenn die drei Farbkomponenten von einem Bildpunkt aus sind, sehen wir nix, wenn alle drei Farben an sind, gibt’s für uns einen weißen Punkt.
Die Eselsbrücke für die Unterscheidung der additiven und der subtraktiven Farbmischung ist also: Wenn wir alle Farben zusammen mischen, und es kommt was weniger knalliges dabei raus (es wird also die Farbigkeit abgezogen), dann ist das die subtraktive Farbmischung.
Und wenn wir alle Farben zusammen mischen, und es kommt was helleres dabei raus (es wird also Farbigkeit dazugezählt), dann ist das die additive Farbmischung.
Und wenn ihr nun wissen wollt, warum eigentlich die Ostereier per subtraktiver Farbmischung bunt gemacht werden: schlicht deshalb, damit man gekochte und ungekochte Eier auseinander halten kann …
Samstag, 12. April 2014
Auf xkcd.com wird der Heartbleed-Bug von OpenSSL wunderbar erklärt.
Ich fasse das nochmal in meinen Worten zusammen:
Wenn der Server von der Lücke betroffen ist, dann geht folgendes:
- Man kann eine verschlüsselte Verbindung zu einem Server aufbauen
- Während der Verbindung kann man eine so genannte Heartbeat-Funktion nutzen, um zu prüfen, ob der Server noch antwortet.
- Hierzu kann der eigene Rechner dem Server eine vorgegebene Antwort schicken, à la “wenn du noch da bist, dann antworte mit ‘HUND’”
- die Lücke erlaubt es, dem Server zu sagen, er soll mit ‘HUND’ (500 Zeichen lang) antworten. Und in diesen 496 Zeichen stehen unter Umständen Dinge, die nur den Server und andere Menschen was angehen.
Aus dem “schlagenden Herz” ist so das “blutende Herz” geworden.
Wenn ihr eine technisch genauere Erklärung lesen wollt, lege ich euch Heise-Security ans Herz.
Bevor ihr nun in blinden Passwort-Änder-Aktionismus ausbrecht, schaut aber erstmal nach, ob die Webseite von dem Bug betroffen war.
Dann darf man nicht vergessen, dass es die Lücke schon seit JAHREN gab. Gerade jetzt zu ändern, und nur weil es die B1LD schreibt, ergibt da wenig Sinn.
Unbestreitbar ist es aber eine gute Idee, Passwörter von Zeit zu Zeit zu ändern. Wenn man dabei die empfohlenen Grundregeln einhält (Kein Wort aus dem Wörterbuch, Buchstaben in Groß und Klein, Zahlen und Sonderzeichen), tut man das maximal mögliche.
(Link zum XKCD-Beitrag: http://xkcd.com/1354)
Sonntag, 6. April 2014
[aus dem engl.]
Kleidungsstück mit langen Ärmeln, welches Kinder anziehen müssen, wenn ihre Eltern frieren.
Dienstag, 25. März 2014
In einem Bericht auf Heise-Autos (jaaa, das heißt wirklich so…) wird momentan ein neues Motorenkonzept von Mazda vorgestellt. Das liest sich gar nicht mal so ganz daneben: die künftigen Mazda-Benziner sollen künftig höher verdichten und die Diesels niedriger.
Das Zauberwort heißt hier “adiabatische Verbrennung” (für Gerne-Besserwisser: ein Wikipediaartikel dazu). Darunter verstehen die Mazdaianer vereinfacht gesagt die Selbstzündung des homogen mit Gemisch gefüllten Brennraums. Der Gag dabei ist, dass die Verbrennung eben nicht wie beim normalen Benziner von außen gesteuert durch eine Zündkerze ausgelöst wird. Eine solche befindet sich prinzipbedingt nur an einer Stelle, was dazu führt, dass das Gemisch an dieser Stelle durch den Zündfunken Feuer fängt und anschließend eine Flammenfront durch den Zylinder walzt und dadurch den Kolben gen unteren Totpunkt treibt. Die “Twin-Spark”-Motoren von beispielsweise Alfa Romeo verbessern dieses Verhalten auch nur marginal.
Wenn es jedoch gelingt, den Brennraum annähernd gleichmäßig mit einem annähernd idealen Brennstoff-Luftgemisch zu befüllen und dann genügend stark verdichtet, dann explodiert das Gemisch quasi im kompletten Brennraum gleichzeitig. Das hat durch die dann niedrigere Verbrennungstemperatur Vorteile beim Verbrauch, der Leistungsentfaltung und beim Schadstoffausstoß.
Laut dem Artikel führt das bei entsprechender Weiterentwicklung sogar dazu, dass die Zylinder nicht mehr gekühlt sondern im Gegenteil sogar isoliert werden müssen.
Man darf gespannt sein, was daraus noch wird; Honda hat ja die Weiterentwicklung des ähnlich arbeitenden jedoch zweitaktenden Motors der EXP-2 leider komplett eingestellt.
Derweil fahren die Norweger dank kräftiger staatlicher Förderung bei Neufahrzeugen inzwischen nahezu komplett auf Elektrofahrzeuge ab. Im Stadtverkehr und auf Kurzstrecken mögen solche Gefährte ja durchaus ihre Vorteile haben (den Renault Tweezy finde ich da sehr genial). Aber gerade in der Stadt wird es schwierig werden, die ohnehin schon nur spärlich vorhandenen Parkplätze mit Ladestationen auszustatten.
Zugegeben, so einen Tesla Model S würde ich auch fahren wollen, allein der aktuelle Preis lässt mich zaudern …
Mal sehen, wie sich Deutschland in 10 Jahren bewegt. Mein persönlicher Tipp ist, dass es zwar mehr Elektroautos geben wird (sagenwirmal 10 bis 20%), aber der Großteil des Verkehrs immer noch irgendwas fossiles verbrennen wird.
Samstag, 1. März 2014
Die Woche war ich beruflich in der Nähe von Dresden unterwegs.
Heimwärts ist mir aufgefallen, dass es zwischen den Radiostationen in Deutschland zwar Zusammenarbeit gibt, jedoch bräuchte es da noch ein paar Programm-Absprachen.
Zum Beispiel hat auf MDR Jump der Hans-Jürgen Maurus berichtet. Diesen Namen kenne ich schon lange - vom SWR. Der Herr Maurus ist inzwischen Chefkorrespondent in Zürich, nachdem er die halbe Welt verkorrespondiert hat.
Auf MDR Jump kommen übrigens auch Verkehrsnachrichten für Braunschweig, was ja so jetzt nicht mehr so ganz zu Thüringen und Sachsen gehört.
Irgendwann, wenn man die A72 weit genug runter gefahren ist, kommt man in den Wirkungskreis des Bayerischen Rundfunks. Das ist der Zeitpunkt, wo der Lokalpatriot von MDR auf Bayern umstellt. Auch in Bayern 3 hört man immer mal wieder Berichte von Korrespondenten des ARD-Netzwerkes. Aber was die Bayern eben nicht wussten: dass ich die ganzen Lieder, die sie spielten, schon ein paar hundert Kilometer zuvor auf MDR Jump gehört hatte …
Etwa 70 Kilometer vor der Bayerisch-Deutschen Grenze wiederum kommt man in Regionen, in denen der SWR wieder empfangbar ist (auf der A6, bei Schwabach).
Jetzt ratet mal, ob sich der SWR vielleicht in irgendeiner Weise darum kümmert, was der MDR und der BR schon gesendet haben? Natürlich nicht. Nicht die Bohne. Also musste ich manche Lieder auf der Rückreise mindestens dreifach hören.
Interessanterweise werben alle drei Sender mit Leuten, die sagen “Ich höre , weil die nicht immer das gleiche spielen”…