Samstag, 9. August 2014
Hey, ihr Google-Benutzer da draußen! Ihr könnt mir alle danken!
Denn ICH hab nämlich dafür gesorgt, dass es eine (halbe) Straße in Crailsheim nicht mehr gibt!
Bei Bing Maps ist die zweite Hälfte der Bildstraße noch drin (das was da so dünn zwischen der Hofäckerstraße und der L2218 rumlungert):
Bei OpenStreetmap ist die ja schon lange weg.
Größere Karte anzeigen
Und seit dieser Woche ist sie auf Google Maps wech:
Wie sowas geht?
Recht einfach. Jeder, der ein Android-Telefon hat, hat auch einen Google-Account zum Apps runterladen. Mit diesem Account kann man sich auf google.de/mapmaker anmelden und Änderungsvorschläge machen. Freilich sind die Änderungen nicht sofort aktiv, wie bei Openstreetmap, da sie bei Google noch überprüft werden.
Sonntag, 3. August 2014
Wir waren zwar nie richtig dicke, trotzdem haben wir so einiges miteinander erlebt.
Kennen gelernt haben wir uns in der Jungenschaft.
Später bist du mit deiner Fuffi jeden Tag mindestens vier mal bei mir daheim vorbei gefahren; der eine Weg ging in die Arbeit, der zweite zu deiner damaligen Freundin, Mutter deines ersten Sohnes, geheirateteten und wieder geschiedenen Frau.
Du hast mir geholfen, mein erstes Auto (mit Motorschaden) wieder zum Laufen zu bekommen; in der Automarke waren wir uns stets eins. Wir haben zusammen bis in die Puppen Kaffee im Truckstop getrunken. Wir haben mit deinem damaligen Wagen nachts auf der Autobahn viel dicker motorisierte Autos versägt und hatten auf dem Autobahnkreuz schon auf dem Beschleunigungsstreifen über 200 auf dem Tacho.
Als Beifahrer deinen heckgetriebenen Winterautos habe ich erfahren (müssen), was ein ausbrechendes Heck ist. Die Grillabende an der Siloh-Ranch waren legendär.
Du hast mir die Brocken für meinen ersten eigenen neuwertigen PC bestellt und sie mich selbst zusammen stecken lassen; einen Pentium II mit 266 MHz. Wir haben beim Netzwerk-Zocken anderen Leuten die Spiele CD auf die Festplatte kopiert, dass diese nicht mehr mitspielen konnten.
Dann kam der Krebs.
Chancenlos sei es, hast du mir erklärt, hast aber trotzdem nach jedem Strohhalm gegriffen. Und gekämpft. Und zumindest teilweise gesiegt.
Unsere Leben haben verschiedene, sich stellenweise überkreuzende Wege eingeschlagen.
Nach meiner Ausbildung haben wir uns auf der Arbeit wieder getroffen. Einige Jahre lang hast du meine Rechner betreut. Wir haben meine Arbeitsgeräte nie nach der Leistung sondern nach der Lieferbarkeit ohne Betriebssystem ausgesucht. Auch heute noch ist mein Büro Windows-freie Zone.
Du hast mich dazu überredet, mir einen Rechner aus Cupertino zuzulegen; da bin ich heute noch froh darüber.
Wir haben uns das gleiche Auto gekauft; ich in Blau, du in Schwarz.
Deine Pläne, einen Mammutbaumwald zu pflanzen, wurden heftigst belächelt, sind aber heute teilweise aufgegangen und gut mannshoch.
In der Arbeit haben dir viele nicht abgenommen, dass du trotz allen vorangegangenen Therapien immer noch ernsthaft krank bist. Dass du deshalb in Frührente gegangen bist, konnte dort niemand so richtig verstehen.
Als du mich vor ein paar Wochen besucht hast, haben wir uns gut unterhalten. Du hast mir erklärt, dass es dir jetzt wieder ganz gut geht, nachdem es mit einem Leben Ende letzten Jahres auf der Kippe gestanden sei. Mit deinem anderen düsteren Gedankengut kam ich aber nicht gut zurecht.
Dass du so plötzlich gehen musstest, trifft mich ziemlich. Weil du bist kein „alter Mann“ gewesen sondern nur ein paar Jahre älter als ich.
Adieu, Michel.
Samstag, 26. Juli 2014
Wenn euch auch mal der Junior in einem Zornanfall eine CD aus dem Autoradio rauslässt und so daran herumgewaltet, dass das Polycarbonat den Klügeren macht (also nachgibt), dann stehen die Chancen recht gut, dass im Anschluss während der Fahrt nur noch Radio drin ist.
Zumindest war das bei unserem CD30 MP3 so.
Also musste ich mal schauen, was da genau kaputt ist.
Am Anfang steht der Ausbau. Der ist bei Opels eigentlich durchweg gleich. Das Gerät hat in den Ecken Löcher, und diese verwendet man, um die Sperrriegel zu entsichern, die das Radio links und rechts im Käfig halten. Ich habe dafür einen dickeren Schweißdraht verwendet, Stricknadeln dürften auch gehen. Oder man kauft sich “richtiges” Werkzeug. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Draht nicht zu dünn ist; er sollte recht stramm passen, sonst kriegt man das Radio nicht so leicht raus. Ich habe in folgendem Bild mal markiert, wie man mit dem Draht den Sperrriegel betätigt.
Mit dem Draht habe ich ringsrum alle Sperrriegel entsichert, dann lässt sich das Radio mit vorsichtigem Hebeln aus dem Schacht ziehen.
Nach dem Abstecken der Kabel kann man das Radio dann mit auf einen ruhigeren Arbeitsplatz nehmen. Im Auto schrauben ist ja immer ein wenig trickreich, vor allem, wenn die kleinen Schrauben runterfallen und unter den Sitz kullern. Wir beginnen die Operation damit, dass wir auf der Oberseite die vier Schrauben lösen, die den Deckel halten:
Nun kann man einen etwas größeren Schlitzschraubendreher seitlich zwischen Gehäuse und Deckel ansetzen und durch vorsichtiges Drehen den Deckel aus den Rasten hebeln.
Als nächstes muss das Laufwerk raus, entweder um Fremdkörper entfernen oder um es tauschen zu können. Also nochmal vier Schrauben raus, nämlich die eingekreisten im folgenden Bild:
Jetzt lässt sich das Laufwerk aus dem Radio herausheben, wobei auf das Flachbandkabel zu achten ist. So ein Autoradio ist wahrlich kein Mobiltelefon oder Laptop, sodass man hier nicht wirklich viel kaputt machen kann. Aber mit roher Gewalt schafft man ja alles, siehe den Grund für diesen Beitrag.
Ich habe die Ursache für unser Problem recht schnell gefunden, und zwar war im hinteren Bereich des Laufwerks noch ein Stück von der vergewaltigten CD. Wenn man nun eine andere CD ins Laufwerk geschoben hat, griff zwar die Antriebsnabe ein, aber da die Stelle mit dem Bruchstück schlicht doppelt so dick war wie normal, hatte der Motor keinerlei Chance. Gottseidank haben die Entwickler blockierende Motoren berücksichtigt, sodass nach dem Entfernen des Bösewichtes und dem Wieder-Zusammenbau (an dieser Stelle sei an den obligatorischen Klassiker erinnert: “der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge”) alles lief und mir nichts abgeraucht ist.
Viel Erfolg beim Nachmachen!
Montag, 7. Juli 2014
Liebe Leserinnen und Leser,
seit gestern habe ich eine ziemlich genaue Ahnung davon, wie das Klöppeln erfunden wurde.
Uuuund zwar muss das so gewesen sein, dass ein Vater mit vier Luftballonen seiner Kids neben dem Sportplatz gesessen ist und diese halten musste bis zum Ballonstart. Da an diesem Tag immer mal wieder so ein leichter Luftzug da war, dürften sich die Ballons in chaotischer Manier bewegt haben, was dann schlussendlich dazu führte, dass die Schnüre einen quasi formschlüssigen Verbund eingingen, welcher sich als gordischer Knoten entpuppte.
So muss das gewesen sein!
Oder vielleicht auch nur so ähnlich …
;-)
Sonntag, 29. Juni 2014
Fefe denkt genau so wie ich.
Weil Diäten haben was mit “Gürtel enger schnallen” zu tun, und nicht mit “lieber noch ein extra Sahnehäubchen”.
Freilich spart Deutschland da jetzt nicht wirklich viel. Denn das Geld, welches die Abgeordneten da alle zusammen übers Jahr einstecken, ist im Bundeshaushalt nur sowas wie ein einzelnes Salzkorn auf einer Brezel.
Sonntag, 15. Juni 2014
Heute haben wir zuerst eine kleine Wanderung durch den Wald gemacht.
Dabei haben wir eine Feder von einem Eichelhäher gefunden:
Auch haben wir eine Quelljungfer beim Sonnen erwischt; leider habe ich keinen Plan, ob es sich um die “normale” oder um die zweigestreifte Variante handelt.
Anschließend sind wir nach Tempelhof gedüst, um dort mal den (Bier-)Garten anzutesten. Ergebnis: Kinderschuhe (und nicht nur die) werden im Teich leicht feucht:
Und die Gemüsequiche taugt einwandfrei:
(genau so gut übrigens wie der Milchkaffee und das Lammsbräu). Wer kann, sollte unbedingt mal dort vorbeischneien; Frei-, Sams-, Sonn- und Feiertags ist offen.
Freitag, 6. Juni 2014
Die Tage, morgens auf meiner Arbeitsplatte in der Küche:
Huh? Was ist das, wo kommt das her?!
Die Ursache, so zeigte sich schnell, ist die energiesparende Beleuchtung vermittels LED-Funzeln. Weil nämlich solche da:
Und die haben durch unseren Seiher durchgeleuchtet. Das ist die etwas schickere Variante, nämlich ein gutes Modell aus Blech mit ca. 4mm großen Lochern.
Und dann dämmerte mir auch so schön langsam, warum das so sein muss.
Weil das ist nämlich schlichte Füsik.
Die Lampe ist eben kein Punktstrahler sondern strahlt aus mehreren Punkten. Die Löcher im Seiher fungieren dabei als dicke Lochblende. Und von jeder einzelnen Lichtquelle wird die Blende als leuchtender Kreis auf die Arbeitsplatte abgebildet. Die Abstände waren dabei geschickterweise gerade so, dass dabei die netten Blumen entstanden. Der Abstand des Seihers von den LEDs war etwa ein halber Meter, und vom Seiher zur Arbeitsplatte waren es nur ein paar Zentimeter.
Ich hab das mal probiert, mit meinen beschränkten Vektorgrafikbastelkenntnissen in Inkscape zu basteln:
Schick, oder?
;-)
Samstag, 31. Mai 2014
So ein Becher Sahne kann fast alle in einer Klappbox befindlichen Einkaufsachen verseuchen, wenn eine Schachtelecke den Deckel erwischt.
Montag, 26. Mai 2014
Wie das statistische Landesamt Baden-Württemberg mitteilt, waren die Kreßberger bei der Europawahl 2014 nur so halb bei der Sache.
Das soll heißen, die Wahlbeteiligung lag grade so bei der Hälfte.
Listigerweise haben in Kreßberg tatsächlich mehr Menschen gewählt als 2009, aber die Wahlbeteiligung ist trotzdem zurückgegangen. Daraus lässt sich schließen, dass inzwischen mehr Wahlberechtigte hier leben.
Immerhin 58 meiner Mitbürger waren zu doof, auf dem weißen Europawahl-Zettel genau ein Kreuz zu machen. Oder sie haben den Zettel absichtlich ungültig gemacht.
Was fällt an dem Ergebnis sonst noch auf?
Die Stimmen, die der FDP, der FAMILIE und den REPs abgingen (das sind die, die hier in Kreßberg Federn lassen mussten), haben sich in kleinen Bröckchen die großen Parteien geholt und zum größten Teil die AfD. Auch die Freien, die Piraten und vor allem die ÖDP haben ihr Ergebnis gegenüber 2009 verbessert.
Ein Kreßberger hat tatsächlich für “Pro NRW” gestimmt.
Mein persönliches Fazit aus der Geschichte: der Kreßberger ist offenbar sehr konservativ. Und zwar sowohl beim Wählen als auch beim Daheimbleiben.
(Quelle für Screenshot und Zahlen: Gemeindeergebnis Kreßberg)
Sonntag, 25. Mai 2014
Wie man den Nachrichten hin und wieder entnehmen kann, existiert ein Plan, um zwischen den USA und Europa so eine Art Freihandelszone zu installieren. Die Idee an sich ist ja prinzipiell nicht schlecht, aber …
Natürlich gibt’s da jetzt Aufstand auf beiden Seiten.
Ein Punkt, der durch die Presse gegeistert ist, war die Geschichte mit dem Genfood. Weil wir Europäer sind da schon ein bisschen bockig und sehen nicht wirklich ein, warum wir genmanipulierte Pflanzen auf unseren Feldern dulden sollen. Stichwort MON810 et al. Die Amis hingegen - so entsteht zumindest der Eindruck bei der Berichterstattung - finden überwiegend nichts dabei, wenn das Schlachtvieh mit genverändertem Futter versorgt wird, oder gar das genveränderte Futter direkt auf dem Teller landet.
Bisher klang das immer so, als würden da mit dem Freihandelsabkommen vor allem üble Dinge und vor allem auf Europa zukommen.
Aber jetzt haben die Amis auf einmal auch ein Problem mit dem TTIP - weil wir Europäer würden gerne weiterhin unsere Waren am Namen erkennen können. Wenn wo Champagner draufsteht oder Nürnbergerle oder Parmesan, dann soll das auch drin sein, und nicht irgendwas anderes.
Und genau dort liegt der Hase im Pfeffer: Weil der Ami an sich jetzt jahrzehntelang „Parmesan“ fälschen könnte, ohne dass das jemand interessiert hat, sind die amerikanischen Käsebauern etwas pikiert, dass sie das mit dem Abkommen nicht mehr dürfen sollen [1]. Aber so richtig original amerikanisch ist ja kaum was außer Fastfood und Cupcakes; den Rest gab’s ja in der „alten Welt“ schon lang; sei es besagter Parmesan oder Kölsch oder Thüringer Rostbratwurst.
Ich bin ja der Meinung, dass die Amis an der Stelle ruhig zugeben dürfen, dass sie da was Nachgemachtes verkaufen. Selbst wenn es besser ist als das Original.
Was spricht denn dagegen, das Zeugs künftig „Wisconsin Pasta Cheese“ zu nennen und dazu zu schreiben, dass das Zeugs besser als Parmesan sei? Schließlich ist ja in den USA vergleichende Werbung erlaubt … Und wenn das wirklich stimmt, wird der Markt für den entsprechenden Erfolg sorgen.
[1]: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/ttip112.html
P.S.: Ich hoffe, ihr habt heute auch schön gewählt.