Meine Große kommt morgens recht schleppend in die Pötte.
Also eigentlich gar nicht.
Ausnahmen sind freilich die Wochenenden, Feiertage und Ferien.
Da es morgens momentan auch noch ein wenig frisch ist, kann ich schon irgendwie verstehen, dass sie lieber unter der warmen Bettdecke eingemummelt bleiben möchte — aber es ist ja üblicherweise noch nicht einmal ihre eigene Bettdecke. Die liegt des öfteren vor dem Bett, wohingegen sie sich die Decke ihrer Schwester klaut.
Auf jeden Fall sieht ihr (Schul-)Morgen meistens so aus, dass ich sie mehrfach verbal nötigen muss, das Bett zu verlassen. Erst leichte Drohungen in der Form von “wenn du JETZT nicht aufstehst, kriegst du kein Frühstück mehr” führen dazu, dass sich kurz darauf ein müder Morgenzombie durch die Wohnung tastet.
Ihr erster “Gang” ist dann der zum Heizlüfter, wo sie mit aller Kraft, die ihr in dieser Situation zur Verfügung steht, die Kindersicherung (sic!) zum Nachgeben zwingt und sich erstmal ausgiebig in der Warmluft aalt. Fragen nach den Frühstückspräferenzen werden zu diesem Zeitpunkt üblicherweise in Form von gutturalen Unverständlichkeiten beantwortet. Die Deutlichkeit der Aussprache steigt leicht unterproportional zu der Verweildauer vor dem Elektrogerät.
Weil ich ein bekennender Frühaufsteher bin, habe ich um diese Uhrzeit freilich einen deutlichen Wachheitsvorsprung und auch schon ein, zwei Kaffee im Bauch. Deshalb fällt es mir auch etwas schwer, mich in sie hineinzuversetzen.
Aber ich konnte die Tage zumindest für kräftige Lacher Mamaseits sorgen, als ich der Großen gegenüber angemerkt habe: “Ist das jetzt dein Ernst?! Das kann doch nicht sein, dass du jeden Morgen so viel Starthilfe brauchst?!”
So lange ich zurückdenken kann (und das ist inzwischen doch schon eine ganze Weile), ist es in Kreßberg so, dass die Straßenlampen um Mitternacht ausgeknippst und die Bordsteine hochgeklappt werden.
Und auch schon eine ganze Weile hat der regionale Energieversorger die Wartung unserer Straßenlampen übernommen.
Und JETZT, nach wasweißich, 50 Jahren, ist irgend so ein Klappspaten der Meinung, man müsse den Kreßbergern per Aufkleber signalisieren, dass die Straßenlampen Nachts ausgemacht werden!
Trist sieht es nun am Ortsausgang von Bergbronn in Richtung Waldtann aus:
Denn jetzt gibt es keine Bäume mehr neben dem Wasserturm Bergbronn.
Er hat aber inzwischen einen eigenen DSL-Anschluss bekommen, damit er zum DAU werden konnte. Die zugehörige Antenne östlich auf dem Dach sieht man auf dem Foto links oberhalb des Dachs leicht hell herausblitzen.
Gewöhnlich gut informierten Quellen zufolge kann man nicht 100%ig sagen, weshalb genau auch die letzte Pappel fallen musste.
Die eine Theorie lautet, dass er den Funk des DAU behindert hat und man hat beim Fällen festgestellt, dass sie eh ziemlich krank war.
Die andere Theorie lautet, dass man den Baum untersucht und dabei festgestellt hat, dass er ziemlich krank ist und deshalb gefällt werden müsse, was zufällig auch für den Funk des DAU nicht gerade hinderlich sei.
Was nun stimmt, darüber mag sich jeder seine eigene Meinung bilden.
Auf jeden Fall hat mir der Wasserturm mit den Pappeln neben dran besser gefallen.
Der DAU (übrigens einer von dreien in Kreßberg) war nötig, weil die Funkmeldeempfänger der Feuerwehr künftig mit dem POCSAG-Protokoll arbeiten sollen.
Der Herr Junior hat ja so seine eigene Art, sich leeres Papier zum Malen zu organisieren. Weil Oma hat nämlich im Büro einen Scanfaxkopierdrucker.
Und wenn man dann kurzfristig Papier (zum Beispiel für Papierflieger) braucht, dann drückt der gnädige Herr einfach ein paar Mal auf “Kopieren”.
Und dann kommt gaaaanz automatisch schönes, annähernd noch weißes und frisch vorgewärmtes Papier raus …
;-)
Neulich, auf Montage, habe ich im Hotel eine Regionalausgabe von Monopoly entdeckt:
Hoppla, das wäre ja quasi sowas, wie wenn’s bei uns ein “Monopoly Hohenlohe” gäbe!
Das jedoch gibt es nicht, denn bei uns ist das noch vieeeeeeel regionaler!!! Denn bei uns gibt’s sogar das hier:
Die Regionalausgaben von Monopoly funktionieren allem Anschein nach vor allem deshalb, weil jede einzelne Straße von einer Firma gesponsert wird. So einige Crailsheimer Firmen, die etwas auf sich halten, sind sowohl auf dem Spielbrett und als auch auf den Straßenkarten mit Namen erwähnt und in einer zu ihnen passenden Straße angesiedelt. Interessant finde ich persönlich dabei weniger die Firmen, die mitgemacht haben; vielmehr fehlen einige auffälligerweise. Ob die nur nicht gefragt wurden oder nicht genug zahlen wollten oder ob es da gar eine Vorauswahl seitens des Initiators (unserer Regionalzeitung) gab, kann ich freilich nicht sagen.
Auch der Rest des Spieles wird regional angepasst; statt der vier Bahnhöfe gibt es bei “Monopoly Crailsheim” vier Türme: den Rathausturm, den Zeughausturm, den Wasserturm und den Diebsturm. Nur logisch, immerhin wird an der Autobahn auf den braunen Sehenswürdigkeitsschildern ja auch mit “Crailsheim - Türme an der Jagst” geworben. Wobei die Türme in Crailsheim sicherlich nicht die für unbedarfte Urlauber auffälligsten Bauwerke sind.
Selbst die Ereignis- und Gemeinschaftskarten wurden lokalisiert; da gewinnt man eben bei der Tombola eines Sommerfests einer Crailsheimer Firma etwas Geld oder muss die Teelichter für das Goldbacher Lichterfest bezahlen.
Wer mal eine Monopolyvariante probieren will, dem kann ich die Regionalausgaben durchaus empfehlen!
Gestern Abend so: Einmal Orion in Weitwinkel, bitteschön!
Es ist übrigens ganz gar unglaublich, wie derb meine EOS1000D rauscht, speziell, wenn man die ISO ein bissel hochdreht. Dieses Foto sieht nur deshalb (nach dem Draufklicken) gut aus, weil ich es fürs Blog ganz derb runterskaliert habe.